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Kernregion: Schwarzwald-Baar-Heuberg

Medizintechnik

Die baden-württembergische Medizintechnikbranche ist auf die Entwicklung und Produktion innovativer chirurgischer Instrumente, orthopädischer Lösungen und Diagnostiksystemen spezialisiert. Ihre Nähe zum Gesundheitswesen bietet dabei eine Vielzahl von Entwicklungsmöglichkeiten und ist gleichzeitig eine Grundvoraussetzung für praxisnahe technologische Lösungen in den Bereichen Medizin, Gesundheit und Soziales.

MedicalMountains GmbH

In Tuttlingen angesiedelt, ist es das Ziel der Cluster-Initiative MedicalMountains GmbH, Unternehmen der Medizintechnik zu vernetzen, gemeinsame Stärken zu nutzen und Kooperationen anzuregen.

Baden-Württemberg ist eine der weltweit bedeutendsten Regionen für die moderne Medizintechnik. Das Zentrum dieser Branche ist in Tuttlingen, wo auch die Cluster-Initiative MedicalMountains AG angesiedelt ist. Ziel von MedicalMountains ist es, die Unternehmen der Medizintechnik zu vernetzen, gemeinsame Stärken zu nutzen und Kooperationen anzuregen. Damit werden für die Unternehmen wichtige, zukunftsweisende Synergien geschaffen. MedicalMountains unterstützt kleine und mittlere Unternehmen, um deren Innovationsfähigkeit zu fördern, die internationale Vernetzung auszubauen und um als Sprachrohr der Branche Interessen zu bündeln.

Tuttlingen war bereits im 19. Jahrhundert für die Herstellung und den Handel mit medizintechnischen Produkten renommiert. Heute kennzeichnen mehr als 400 Unternehmen, die stark international ausgerichtet sind, die Standort- und Clusterstruktur. Bemerkenswert hierbei ist, dass es sich zu über 90% um Kleinbetriebe und Mittelständler handelt. Die Grundlage des Clusters Medizintechnik ist die Chirurgiemechanik, die für eine Vielzahl chirurgischer Instrumente und Implantate steht. Systeme für die minimalinvasive Chirurgie gehören zu der innovativen Produktpalette in diesem Cluster. Außerdem nehmen Mikrotechnik, Mechatronik, Kunststofftechnik, Automatisierung oder neue textile Technologien eine zunehmend wichtige Rolle ein.

Einordnung der Cluster-Initiative

  • Regionale Cluster-Initiative

Zuordnung Technologiefeld

  • Medizintechnik

Zuordnung Produktfelder

  • Medizintechnik

Landkreise

  • Tuttlingen

Anzahl der Mitglieder

  • Anzahl der Mitglieder: 260
  • davon
    Kleine- und mittlere Unternehmen: 87 %
  • davon
    Großunternehmen: 5 %
  • davon
    Universitäten / Hochschulen: 3 %
  • davon
    Wirtschaftsfördereinrichtungen / Intermediäre: 5 %

Rechtsform der Cluster-Initiative

  • GmbH

Gründungszeitpunkt

  • 2011

Anzahl der Mitarbeiter und Vollzeitäquivalente

  • Anzahl der Mitarbeiter: 8
  • Vollzeitäquivalente: 7

Anzahl der Arbeitsgruppen

  • 3

Clusterbezogene Auszeichnungen

  • Label Cluster - Exzellenz BW

Zielsetzung der Cluster-Initiative

  • Ziel 1: Vernetzung und Unterstützung von Medizintechnik-Unternehmen mit diversen Angeboten
  • Ziel 2: Erster Ansprechpartner und Vorreiter in Sachen Weiterbildung in der Medizintechnik
  • Ziel 3: Interessenvertreter des Standorts und der gesamten Branche auf politischer Ebene

Serviceleistungen und Aktivitäten

  • Service 1: Weiterbildungsangebote
  • Service 2: Internationale Vermarktung
  • Service 3: Verbundprojekte
  • Service 4: ExpertTables
  • Service 5: Informationsveranstaltungen (MedTalks) und Innovation Forum

Erfolgsgeschichten

  • Erfolgsgeschichte 1: CleanMed zählt zu den erfolgreich ausgewählten Netzwerkprojekten des bundesweiten Programms "Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand" (ZIM) und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Seit April 2015 fördert das Netzwerk innovative Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Bereich Reinheit in der Medizintechnik. Das wegweisende Projekt unter der Leitung der Clusterorganisation MedicalMountains ist am 1. April 2016 nach einem sehr erfolgreichen ersten Jahr in Phase zwei - die zweijährige Folgeförderung des Netzwerks durch das (BMWi) - übergegangen. Seit dem 01. April 2018 wird das Netzwerk in Form eines ExpertTables weitergeführt.

    Teilnehmer des CleanMed-Netzwerks haben einen wegweisenden Leitfaden für einen standardisierten Produktions- und Reinigungsprozess chirurgischer Instrumente erarbeitet, der auch auf die Herstellung von Implantaten anwendbar ist. Die erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit hat Vorbildcharakter und dokumentiert die Offenheit, die innerhalb eines Clusters und zwischen Unternehmen entstehen kann.

    "Vernetztes Arbeiten bringt die Unternehmen schneller, mit geringeren Kosten und erhöhter Erfolgswahrscheinlichkeit ans Ziel", sagt Julia Steckeler von MedicalMountains. Sie hofft, dass bei künftigen Verbundprojekten noch mehr Unternehmen des Medizintechnik-Zentrums die Vorteile für sich nutzen. Ein hoffnungsvoller Start sei gemacht, "und beim Thema Sauberkeit und technischer Reinheit gehen uns die Aufgabenstellungen so schnell ganz sicher nicht aus."
  • Erfolgsgeschichte 2: Informationen sind nach wie vor wichtig, doch geht es um konkrete Schritte: Die MedicalMountains AG unterstützt Medizintechnik-Unternehmen proaktiv dabei, die ab Mai 2020 verbindlichen Vorgaben der europäischen Medizinprodukteverordnung 2017/745 (EU-MDR) umzusetzen.

    Neben den MedTalks, Seminaren und Checklisten ist die Etablierung des ExpertTable EU-MDR ein weiterer wichtiger Schritt. Dessen Kernteam setzt sich aus QM-Spezialisten großer und mittelständischer Medizintechnik-Unternehmen, externen Experten sowie Vertretern der MedicalMountains AG zusammen. Sie erarbeiten seit Januar 2018 bei monatlichen Treffen Handreichungen und Orientierungshilfen aus der Industrie für die Industrie, um notwendige Maßnahmen im Zuge der EU-MDR erkennen, beurteilen und in Angriff nehmen zu können. Das Gremium analysiert die Verordnung Schritt und Schritt und geht die Themen so an, wie sie in Medizintechnik-Unternehmen tatsächlich akut werden.

    Als "passives Mitglied" können alle Unternehmen, die von der EU-MDR betroffen sind, von den pragmatischen und praxisnahen Erkenntnissen des ExpertTable profitieren. Für einen festen Jahresbeitrag erhalten sie Zugang zu sämtlichen Veröffentlichungen sowie die Möglichkeit, eigene Fragen und Anregungen an das Kernteam zu adressieren. 30 Unternehmen (Stand Mai 2018) beteiligen sich zwischenzeitlich als passive Mitglieder an dem ExpertTable.
  • Erfolgsgeschichte 3: Im Januar 2017 hat das Internationalisierungsprojekt Medizintechnik International und Digital (MInD) unter der Leitung von MedicalMountains begonnen. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

    MInD greift die zukunftsweisenden Megatrends Digitalisierung und additive Fertigungstechnologien auf. Diese Kompetenzen sind im Cluster Tuttlingen noch nicht ausreichend vorhanden. Dies soll sich durch intensive F&E-Kooperationen mit den Zielregionen Oulu (Finnland) und Minnesota (USA) ändern - und allen Beteiligten durch den Technologietransfer wirtschaftliche Chancen mit hohem Innovationspotential eröffnen.

    Die Zielregionen sind mit Bedacht gewählt worden. In Finnland gibt es weltweit die höchste Beschäftigungsquote von IKT-Spezialisten in der Wirtschaft und im Partnercluster Oulu besteht eine Kernkompetenz im Bereich IKT. Oulu ist ein international bekannter Standort für Hochtechnologie, insbesondere für Telekommunikation und IT. In Minneapolis-St. Paul (Minnesota) entwickelt sich ein neues Cluster rund um den 3D-Druck. Hier ist der Stammsitz von Stratasys, dem weltweit größten Hersteller von 3D-Druckern und 3D-Produktionssystemen.

    Aktuell (Mai 2018) werden Verbundprojekte vorbereitet, an denen sich kleine und mittlere Unternehmen aus dem Tuttlinger Cluster mit Partnern aus Finnland und den USA zusammenschließen.
Ansprechpartner/-in
MedicalMountains GmbH
Yvonne Glienke
Katharinenstraße 2
78532 Tuttlingen
Telefon:
+49 7461 969721-1
Fax:
+49 7461 969721-9
E-Mail:
glienke(at)medicalmountains(dot)de
WWW:
www.medicalmountains.de