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Exportschlager Energiekarawane

Bundesweit gefragtes Programm in Sachen Klimaschutz. In Rhein-Neckar erdacht, jetzt auch in Region München.

Die Metropolregion München baut beim Klimaschutz auch auf Expertise aus der Metropolregion Rhein-Neckar: Bei einem Treffen der kommunalen Klimaschutzbeauftragten aus der Metropolregion München in Marktoberdorf stellte Bernd Kappenstein (Leiter des Fachbereichs "Energie und Umwelt" der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH) unlängst die Energiekarawane vor und führte in die Prozessabläufe, die Organisationsstrukturen sowie die Evaluationsmethode ein. Es war nicht das erste Mal, dass andere Städte und Regionen Interesse an dem bewährten Beratungsprogramm bekundeten. Die Lizenz zur Nutzung hatten sich in der jüngeren Vergangenheit bereits u.a. das Land Rheinland-Pfalz, die Städte Stuttgart und Augsburg, die Landkreise Landsberg, Main-Spessart und Unterallgäu sowie ein Zusammenschluss mehrerer Kreise in Nordrhein-Westfalen gesichert. "Nicht nur die Art und Weise, wie Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in der Metropolregion Rhein-Neckar länderübergreifend zusammenarbeiten, dient anderen Regionen in Deutschland inzwischen als Vorbild", so Kappenstein. "Auch das regionale Projekt-Know-how ist andernorts gefragt."

Erfolgreiches Beratungsprogramm - mit Vorbildcharakter

Erdacht, entwickelt und erprobt wurde die Energiekarawane bereits im Jahr 2011 von der Initiative Energieeffizienz Rhein-Neckar. Mit finanzieller Unterstützung des Bundes, der Länder und der Kommunen sowie der Sparkassen und Volksbanken konnte das Beratungsprogramm schließlich auf die gesamte Metropolregion Rhein-Neckar ausgeweitet werden. Bis zum Abschluss des Projekts im vergangenen Sommer zogen 86 Energiekarawanen durch Nordbaden, Südhessen und die Pfalz. Bei insgesamt rund 8.200 Beratungsgesprächen wurden Hausbesitzer von zertifizierten Fachleuten individuell über die verschiedenen Möglichkeiten des energetischen Modernisierens und Sanierens informiert. In über 5.000 Fällen leiteten die Hausbesitzer daraufhin Maßnahmen ein - angefangen bei der Dämmung von Kellerdecke und Dachboden über die Modernisierung der Heizungsanlage bis hin zu Hausisolierung und Fensteraustausch. Unter dem Strich verringert dies den CO2-Ausstoß jährlich um 10.600 Tonnen. Über 7 Millionen Liter Heizöl werden eingespart. Neben dem Klima profitiert das regionale Handwerk: Über die Energiekarawane wurden in den vergangenen Jahren Investitionen in Höhe von 51 Millionen Euro angestoßen.

Energiekarawane künftig mit Schwerpunkt Gewerbe

In der Metropolregion Rhein-Neckar ist die Energiekarawane inzwischen bekannt und in den Städten und Gemeinden als Instrument des Klimaschutzes eingeführt. Zunehmend treten die Kommunen und Kreise daher selbst als Träger und Organisatoren auf (u.a. in Bammental, Rhein-Neckar-Kreis). Seit Juli 2016 richtet sich das Beratungsprogramm auch an Unternehmen. Im Zuge der "Energiekarawane Gewerbe" stehen die Energieagentur Rheinland-Pfalz, die Klimaschutzagentur Mannheim sowie die Klima- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg-Rhein-Neckar-Kreis den Kommunen in der Region mit Rat und Tat zur Seite.

Mehr Informationen unter www.energiekarawane-gewerbe.de.

Zum Hintergrund:

Die Metropolregion Rhein-Neckar will bis 2020 zur Vorbildregion auf dem Gebiet der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien werden. Das Mitte 2012 vorgestellte Regionale Energiekonzept zeigt mit 75 Einzelmaßnahmen die wichtigsten Schritte auf diesem Weg auf. Von zentraler Bedeutung bei der Umsetzung des Energiekonzepts ist die Vernetzung der Akteure. Während der Verband Region Rhein-Neckar die Aktivitäten im Bereich der Energieversorgung auf der Grundlage von regionalen Entwicklungskonzepten koordiniert, liegen die Themen "Erneuerbare Energien", "Energieeffizienz", "E-Mobilität" und "Smart Grids" im Verantwortungsbereich der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH (Fachbereich "Energie und Umwelt") und des Vereins "StoREgio Energiespeichersysteme" (Ludwigshafen). Beide leisten Aufklärungsarbeit und fördern bei Veranstaltungen wie der jährlichen Regionalkonferenz den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand. Darüber hinaus initiieren sie eigene Projekte.